Über Rebsorten – Der Cabernet Sauvignon

Der Cabernet Sauvignon ist zweifellos eine der interessantesten Rotweinsorten überhaupt. Diese Rebsorte kann sowohl in sortenrein ausgebauten Weinen, als auch Cuvées brillieren. Eine ausgeprägte Sortencharakteristik ermöglicht eine auch für Laien praktikable Wiedererkennung, obwohl das Geschmacksbild durchaus sehr vielschichtig sein kann.

Herkunft

Hier sind sich alle Quellen einig: Die Herkunft dieser Rebsorte ist unklar. Einzige Gewissheit ist, dass die Rebsorte im Bordeauxgebiet angebaut wird, spätestens seit die Römer den Weinbau überhaupt nach Bordeaux brachten. Es ist also die ganze Palette der möglichen Abstammungen denkbar: Eine in diesem Gebiet ohnehin vorkommende Wildsorte, die weiter veredelt wurde. Eine Abstammung von Reben, die die Römer mitbrachten usw.

Weltweite Verbreitung

Heutzutage ist die Rebsorte über die gesamte Welt verbreitet. Besonderen Ruhm hat sich der Cabernet Sauvignon sicher durch die Weine des Bordeaux, genauer gesagt des Medoc, erworben. Hier bildet der Cabernet Sauvignon einen, wenn nicht sogar den wichtigsten Teil, des sogenannten „Bordeaux Blend“.
Damit bezeichnet man die spezielle Zusammensetzung, das Cuvée dieser Weine: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot.
Dieses spezielle Cuvée wird in allen Weinbauländern als Maßstab großer Rotweincuvées angesehen und imitiert – mit durchaus wechselnden Erfolgen. Aber auch der reinsortige Ausbau ist weit verbreitet und auch in dieser Ausbauvariante kann der Cabernet Sauvignon seine Klasse und Größe beweisen.

Sensorische Metamorphosen

Der Cabernet Sauvignon hat kleine, dickschalige Beeren. Dies gewährleistet ein gutes Verhältnis zwischen in den Beeren enthaltener Flüssigkeit und Schalensubstanz und bringt extraktreiche, tiefdunkle Weine.
Auch eine hoher Anteil an Gerbstoffen, Tanninen, ist dadurch gegeben. Allerdings führt dies auch dazu, dass Weine aus Cabernet Sauvignon, oder Weine, deren Cuvée von Cabernet Sauvignon dominiert wird, in ihrer Jugend sehr streng, hart, gerbstoffbetont und unzugänglich sein können. Viele Weinfreunde werden diese Wein (zunächst) nicht mögen, allzu streng ist ihre geschmackliche Anmutung.
Dann, im Laufe der Flaschenlagerung, kann jedoch erstaunliches geschehen: Im Laufe vieler Jahre verändern sich diese Weine ganz grundsätzlich. Die harten, fast beißenden Tannine wandeln sich zu wunderbar seidigen, eleganten Komponenten. Die Adstringenz verschwindet völlig und weicht einer zwar kraftvollen, aber dennoch sehr eleganten Textur.
Nun kommt auch die für den Cabernet Sauvignon so typische Note nach schwarzen Johannisbeeren hervorragend zur Geltung, abgerundet durch Anklänge von Zedernholz, Leder und Rauch.
Der Cabernet Sauvignon eigenet sich hervorragend zum Ausbau in Barriques und kann durch diese Ausbauart viel an zusätzlichen Schönheit gewinnen.

Autor: Martin H. Geiger im Mai 2006

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